Arch Linux Teil 3: Die Zielgerade und mein Fazit

Nach den ersten paar Hürden läuft das System erstmal. Der Gnome3 in der Schell 3.14 gefällt mir sehr gut. Wird also Zeit das System etwas aufzuwerten und zu personalisieren.
Installation von Gnome-extra (hätte man auch schon mit der Gnome-installation machen können) und den gnome-tweak-tools.

Was ist denn mit der bash-completion los; auf Urlaub oder was?
Eine neue Lektion: Was auf der Konsole funktioniert, muss nicht zwingend auch im grafischen Terminal funktionieren. Das kannte ich bis dato von meinen Debian-Installationen nicht.
Nach etwas Sucharbeit im www den Hinweis gefunden, dass in der bashrc die bash-completion noch eingetragen werden muss.
Ok.

Folgenden Inhalt anhängen:

Logoff/Logon und siehe da es funktioniert.
Wo waren wir?
Ach ja Gnome-extra und gnome-tweak-tools

Keine Probleme oder anderweitige Überraschungen.

Als nächstes habe ich conky, einen Systemmonitor, installiert

Und wollte diesen in den Autostart des Gnome-Desktops integrieren.
Dank den gnome-tweak-tools, ist dies über einen Menüeintrag möglich. Also wäre möglich, wenn es denn funktionieren würde. Aber beim Anklicken des „+“-Balkens passiert erstmal gar nichts.
Suche im www und der erste Treffer hat auch schon die Lösung: das fehlende Paket gnome-session-properties nachinstallieren.
Wäre auch ein toller Tipp gewesen, wenn es dieses Paket für den Gnome 3.14 auch noch geben würde – tut es aber nicht, surprise surprise.
Ich will ja wirklich kein Spielverderber sein, aber bei meinen Debian-Installationen …
Naja, jammern hilft nix, weiter suchen. Dann fand ich in einem englischen Forum einen Hinweis.
Wenn man die gnome-tweak-tools über ein Terminal startet, dann funktioniert dieser „+“-Balken wieder und man kann Programme hinzufügen. Am einfachsten kann man hier die sogenannten Starter einbinden. Der für mich einfachste Weg war hier das Paket „alacarte“ zu installieren, ein Tool, mit dem man einfach das Programme-Menü (wenn man es so nennen will) vom Gnome verwalten kann.

Starten von alacarte und einen Starter für conky hinzufügen
05_arch-alacarte 06_arch-alacarte
Im Terminal die gnome-Tweak-Tools starten

In den Tweak-tools den Eintrag „Startprogramme“ auswählen und hier den neu erzeugten Starter vom/für Conky einbinden.
02_arch-gnometweak 03_arch-gnometweak 04_arch-gnometweak
HAHA !!! Läuft …..
An dieser Stelle frage ich mich schon öfter mal: Warum muss ich mich durch gefühlte 100 Foren wühlen, in denen mir erzählt wird wie ich bashskripte schreibe, wie der Inhalt dieser Skripte sein muss und wie und wo diese in .autostart-Verzeichnis einzubinden sind, bzw ich in der rc.conf herum spielen soll, wenn die Lösung doch relativ einfach sein kann.
Ich bin in diesem Fall eher User als Admin und erst recht kein Systementwickler. Auch sind (als User) genau das diese Momente, wo ich die Schimpftiraden über Windows wiedermal nicht verstehen kann – aber das ist eine andere Geschichte.
Wir wollen ja Linux – also weiter geht’s.

Zuerst das Touchpad auf Vordermann bringen

Dann in den Einstellungen das Klicken durch „tappen“ aktivieren.
Dann einige Tools, die ich auch unter Debian verwende, nachinstallieren. Allerdings gibt es hier dann doch hin und wieder einen Unterschied in der Bezeichnung:
locate (heißt hier mlocate), ssh (heisst hier openssh), iptraf (heißt hier iptraf-ng)

Überraschung gab es hier keine.
Lediglich Virtualbox wollte nicht so recht, hier war noch etwas Handarbeit notwendig, aber da half das archwiki wunderbar weiter. Das Wiki zu arch habe ich im Laufe dieser Installationen schätzen gelernt.
Dank meines LTS-Kernels musste ich hier

nach installieren. Damit die Virtualbox-module auch geladen werden, musste ich auch eine Datei mit folgendem Inhalt erzeugen

Dann funktionierte es auch mit der Virtualbox.

Das System steht jetzt erstmal mit allem, was ich benötige.
Was sich hier so locker flockig in 3 Teilen liest, waren in der Realität einige Abende, etliche Neuinstallationen, viele Backuporgien und der eine oder andere Verzweiflungsschweißtropfen.
Aber es ist geschafft.

Mein Fazit:
Zuerst möchte ich nochmals meinen Dank an Peter richten, der mir mit seiner Arch-Installations-Demo bei der LUG-Mitterteich die Angst vor der Installation nahm.
Ich hatte bis dato nie das Bedürfnis mein Debian zu verlassen. Alles was ich wollte konnte ich damit auch machen, aber ich habe doch durch die Installation von Arch wieder vieles über das Linux-System erfahren und lernen dürfen (auch so kleine Dinge wie: dass eth0 auch anders heißen kann – was mich bei einer zwischenzeitlichen CentOS7-Installation schon mal weiter brachte).
Interessant ist der Ansatz des Rolling-Release, jedoch liest man auch von Gefahren. So sollte man sich als User doch erstmal darüber informieren, was ein Update so mit sich bringt. Ein nicht funktionierendes Arch kann schnell passieren und wenn man dann doch eher „User“ als Administrator ist, kann das schnell frustig werden.
Ein weiterer schöner Punkt von Arch sind die AUR (Arch User Guideline). Hier werden Installations-„Rezepte“ aus der Community angeboten und man ist nicht in der Zwangslage sich seine eigenen Pakete zusammen zu suchen um nicht angebotene Software installieren zu können. Aber hier ist die Qualität der „Rezepte“ oder „Installations-Guide-Lines“ eher unbestimmt und ein Crash des Systems ist durchaus möglich. Arch ist halt eine aktuelle, aber vor allem deshalb eben eine „bleeding Edge“-Distribution; dessen muss man sich bewusst sein.
Auf einem Server würde ich Arch definitiv nicht einsetzen, hier bleibt Debian (als freies Server-System) für mich die erste Wahl.
Interessant und lehrreich war/ist für mich der Einblick in die system-d, welche ja auch mit Debian-8 kommen wird. Bis zu dessen Erscheinen, werde ich bei diesem Laptop auf Arch bleiben und harre der Dinge die noch auf mich zukommen werden. Was danach kommt, werden wir sehen.

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