2 Wege zu einem schlanken Raspbian

Eine Installation von Raspian benötigt inzwischen eine 4GB SD-Karte. Erstaunt war ich, als ich mal wieder ein NOOB’s zur Demonstration verwendete und sich zwar ein XMBC installieren lies, aber für eine Installation des Raspbian über NOOB’s war die verwendete 4GB SD-Karte zu klein.

Meistens verwendet man einen Raspberry als Headless-System, wodurch das vorinstallierte X-System überflüssig ist.
Ein Weg zum schlanken Raspberry ist das Deinstallieren des X-Systems; ein anderer die Installation eines Minimal-Raspbian.

1. Weg X-System löschen
Mit dem Befehl

wird das X-System mit „fast“ allen X-Anwendungen deinstalliert.
Wer vorher sehen will, was alles deinstalliert wird, der kann erstmal einen „Dry-Run“ ausführen.

Als weiterer Schritt können mit

weitere Softwarepakete, die keine weitere Abhängigkeit mehr besitzen, entfernt werden
Das Ergebnis ist ein System, das nur noch ca. 950MB Platz benötigt.

2. Weg: Verwenden eines Minimalinstallations-Image
Es gibt mehrere Minimal-Images für den Raspberry. Ich habe mich für das Image von der Seite http://www.linuxsystems.it/raspbian-wheezy-armhf-raspberry-pi-minimal-image entschieden (Direkter Imagelink)

Das Image wird ganz normal auf eine SD-Karte via dd (Linux/Mac) oder Win32-Imagewriter (Windows) übertragen.
z.B.: dd if= of=/dev/ bs=4MB
Persönlich habe ich dann mit Gparted (z.B.: über eine Live-CD) die nun vorhandenen Partitionen der SD-Karte bearbeitet. Die Swap-Partition habe ich an das Ende verschoben und die Systempartition auf den vorhandenen Platz vergößert.
miniraspbian-gparted-1 miniraspbian-gparted-2

Grundsätzlich funktioniert das Raspbian schon. Der Login ist als User „root“ mit dem Passwort „raspberry“ möglich.
ACHTUNG !!! Aktuell ist das englische Tastaturlayout aktiv.

Jetzt ist die beste Zeit einige wichtige Einstellungen vorzunehmen.

1.Einstellen der Systemsprache
Das Einstellen der Systemsprache startet man mit

Hier wähle ich die Sprache de.de-utf8 aus (drücken der Space-Taste).
Die nicht mehr verwendete Sprache it_it.utf8 ab.
Nach der Bestätigung mit „Ok“ kommt noch die Abfrage nach der Standard-Auswahl – in diesem Fall de.DE-UTF-8.
Nach einem Ab- und wieder Anmelden am Raspberry sollten jetzt auch die Fehlermeldungen „locale: Cannot set LC_CTYPE to default“ und „locale: Cannot set LC_MESSAGES to default“ verschwunden sein.

2. Konfigurieren der Zeitzone
Ausführen der Zeizonenkonfiguration mit

Zur Auswahl kommt bei mir „Europa“ -> „Berlin“

3. Fehlt noch das Tastaturlayout
Starten der Auswahl mit

Ich verwende den Menüpunkt „Wähle aus Gesamtliste“ und aktivieren das das Tastaturlayout „quertz latin nodeadkeys“

4. User pi und Sudo
Anfangs verhasst, habe ich mich inzwischen an das Sudo gewöhnt.
Also drauf damit….
Bevor ich den neuen User anlege, ändere ich das Passwort des aktuell angemeldeten root-User durch die Eingabe von „passwd“ (das ist aber optional).
Dann lege ich den User „pi“ an und vergebe Ihm das Passwort „raspberry“ (jetzt mit deutschem Tastaturlayout) – natürlich darf auch ein anderes Passwort genommen werden.

Nach der Benutzeranlage und der Vergabe des Passworts wird noch sudoers nachinstalliert.

Nach der Installation sollte geprüft werden, ob die Gruppe „sudo“ auch angelegt wurde.

Als nächster Schritt muss der User „pi“ der Gruppe „sudo“ zugewiesen werden

und danach die Kontrolle mit

Jetzt kann ich mich als Root abmelden (exit) und als User „pi“ wieder anmelden
Test von „sudo“ mit der Eingabe von

Sollte jetzt die Fehlermeldung
sudo: unable to resolve host raspberry-pi
ausgegeben werden, muss in der /etc/hosts noch der Eintrag
127.0.0.1 raspberry-pi
angefügt werden.
Ab jetzt sollte sudo ohne Fehler funktionieren.

5. System updaten

6. (optional) raspi-config nachinstallieren
Um raspi-config installieren zu können müssen erst noch einige Pakete nachinstalliert werden.

Jetzt das raspi-config heruntergeladen und installieren.
(die Option -O gibt den Speicherort/-namen an – in diesem Fall das Home-Verzeichnis des aktuell angemeldeten Users und einen „leicht“ verkürzten Dateinamen)

Jetzt kann das deb-Paket installiert werden

Wenn man möchte kann man nach der Installation die deb-Datei wieder löschen

Der Befehl zum Ausführen von raspi-config dürfte bekannt sein.

Aktueller Platzverbrauch bis hierher ca 500MB.

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